05.06.2014

Pflege als Wirtschaftsmotor? Teil 1

Der sowjet-russische Theoretiker Kondratjew veröffentlichte 1926 seine Theorie über die "langen Konjunkturellen".
Darin beschreibt er, dass seit Beginn des 19. Jahrhunderts die Wirtschaft in langen Konjunkturwellen verläuft, welche von einer sogenannten "Basisinnovation" ausgelöst werden.
Eine Basisinnovation muss drei Bedingungen erfüllen:

1. Technische Ebene
2. Wirtschaftliche Ebene
3. Gesellschaftliche Ebene

Zu beginn steht also eine Erfindung, in die investiert wird, woraus sich ein wirtschaftlicher Vorteil entwickelt- die Konjunkturwelle steigt. Irgendwann hat das Wachstum sein Maximum erreicht, die Investitionen lassen nach und sie fällt ab. Am Ende der Konjunkturwelle steht eine Krise, der die nächste Basisinnovation folgt
Bild: Wikipedia


Diese Konjunkturwellen werden als "Kondratieffs" bezeichnet.
Der 1. Kondratieff steht am Anfang des 19. Jhd. mit der Erfindung der Dampfmaschine und deren Auswirkungen auf (zunächst)  die Textilindustrie.
Darauf folgend:
2. Kondratjew: Erfindung der Eisenbahn und seine Folgen auf das Transportverhalten
3.Kondratjew: Der Massenkonsum bedingt durch Elektrotechnik und Chemie
4. Kondratjew: Individuelle Mobilität durch die Massenproduktion des Automobils
5. Kondratjew: Globalisierung und Kommunikation bedingt durch die Fortschritte in der Informationstechnik

Nun stehen wir derzeit wahrscheinlich in der Phase der Rezession des 5. Kondratiew, womit sich die Frage auftut: Was wird den 6. Kondratjew auslösen?

Leo Nefiodow ist Zukunftsforscher und beschäftigt sich mit dem 5. und 6. Kondratjew, über
 seine Forschungen an der Frage, durch welche Basisinnovation der nächste Kondratjew ausgelöst wird auf das Ergebnis, dass dies die Gesundheitswirtschaft ist.

Die Gesundheitswirtschaft kann in zwei Märkte aufgeteilt werden:
1. Gesundheitsmarkt:
Gesundheitssystem, Gesundheitswesen (Solidarisch finanzierter Markt)

2. Gesundheitsmarkt
Privater Absatzmarkt für Gesundheit, zum Beispiel Fitnessstudios, Optiker, Wellness, etc.)

Laut Nefiodow wird von diesen Märkten der 2. Gesundheitsmarkt in Zukunft einen Wachstumsmotor darstellen, da die Bereitschaft der Menschen, in Gesundheit zu investieren immer weiter steigt. Dies zeigt sich zum Beispiel an der stetig steigenden Anzahl von Fitnessstudios, Wellness-Angeboten, Beratungsmöglichkeiten, etc.
Der Trend, den er bereits in der 1. Auflage des Buches "Der sechste Kondratieff. Wege zur Vollbeschäftigung im Zeitalter der Information"  aus dem Jahr 1996 beschreibt, setzt sich bislang immer weiter fort, was seine These zu bestätigen scheint.

Davon ausgehend, dass diese These zutreffend ist, bedeutet dies für die Pflege, dass sie nach Möglichkeiten suchen muss, von dieser Phase der Konjunktur zu profitieren.

Fakt ist, dass die Pflege gut damit beraten ist, weiter auf Studierte zu setzen, die damit dauerhaft einen Think-Tank darstellen können. Zu dem Thema passend eine kleine Einladung der Medical School Berlin.
Teil 2 folgt.

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