26.11.2013

TV-Tipp: "Intensivstation"

Quelle: intensivstation-film.com
Immer wieder hört man aus Kreisen der Pflege, dass ihr nicht genug Anerkennung zuteil wird. Ich bin da zwar anderer Meinung, wie ich hier schon einmal ausgedrückt habe, aber dennoch unterstütze ich die These, dass die Pflege Anerkennung braucht.
Diese jedoch kann nur durch maximale Transparenz entstehen, sei es in der häuslichen Pflege oder im Krankenhaus oder Heim- die Angehörigen einzubeziehen in die Pflege ist das wichtigste, was der Pflegende für die Transparenz tun kann.
Für gesellschaftliche Anerkennung reicht dies jedoch nicht aus, sodass Öffentlichkeitsarbeit auch für die Pflege in naher Zukunft zu einem großen Thema werden wird.
Für diese Öffentlichkeitsarbeit hat Regisseurin Eva Wolf wahrscheinlich versehentlich gesorgt, als sie den Film "Intensivstation" gedreht hat.


Regisseurin Eva Wolf über ihren Film: "Schon bei der ersten Recherche auf der Intensivstation wurde ich Zeugin vom Kampf der Ärzte und Pfleger mit den dort täglich anstehenden, weitreichenden Entscheidungen. Ich sah, wie schwierig es ist zu beurteilen, ob ein Mensch im Sterben liegt oder noch eine Chance hat, seine Krankheit zu überleben. Die Intensivmedizin ist so weit fortgeschritten, dass sie in den Prozess des Sterbens hineinwirken kann und sich die Grenze zwischen Leben und Tod nicht mehr eindeutig bestimmen lässt. Ich wollte einen Film machen, der von den Menschen erzählt, die jeden Tag diese wichtigen Entscheidungen treffen müssen. Und natürlich möchte ich mit dem Film auch zum Nachdenken über unseren Umgang mit der Intensivmedizin und ihren Möglichkeiten und Grenzen anregen. Für mich war es eine sehr intensive Drehzeit. Die Begegnungen und Abschiede auf der Intensivstation haben mich stark berührt. Wie es ein junger Arzt im fertigen Film ausdrückt: Auch der Tod gehört zu unserem Leben dazu."

Die Produzentin Kathrin Lemme über INTENSIVSTATION:  "Der Film verlangt dem Zuschauer einiges ab, denn er vereinfacht nicht, beschönigt nicht und die Kamera schaut nie weg. Er nimmt uns mit in eine Welt, die normalerweise verschlossen bleibt. Ihre Türen öffnen sich uns meist erst, wenn wir selbst betroffen sind. Und das kann jedem von uns jeder Zeit passieren. Der Film veranlasst, über das Leben und das Sterben zu sprechen. Es geht um große Fragen des Lebens, aber auch um die ganz konkrete Frage, wie wir selbst im Fall der Fälle behandelt werden wollen. INTENSIVSTATION zeigt, wie respektvoll eine Kamera in das Private eines Menschen vordringen kann, ohne auch nur einen Moment lang die Würde der Protagonisten anzutasten. Dem Zuschauer bietet der Dokumentarfilm dadurch die Möglichkeit, sich dem Thema ohne künstliche Emotionalisierung zu nähern und seine eigene Position zur Intensivmedizin zu bestimmen."

Unterschwellig vermitteln diese beiden Statements ein Ergebnis, und zwar: Drei zu Null (3:0) für die Intensivmedizin. Beide erwähnen das Wort Intensivpflege nicht einmal, obwohl sie doch zu einer Intensivstation so selbstverständlich dazu gehört, wie die Intensivmedizin.
Dabei möchte ich den beiden zwar keinen Vorwurf machen, schon gar nicht bevor ich überhaupt den Film gesehen habe, und dennoch zeigt es, wie wenig sich die Pflege als Berufsstand in der Öffentlichkeit verankert hat.
Ich bin gespannt, welche Rolle die Pflege im Film übernimmt und sie als eigenständige Profession wahrzunehmen ist. Da ich allerdings mit der großartigen Arbeit, die insbesondere die Pflege auf den Intensivstationen übernimmt, vertraut bin, habe ich nicht die schlechtesten Erwartungen diesbezüglich. Womit ich dann auch wieder zu meiner einleitenden These zurückkehrend sagen kann: Wenn die Pflege im Film in ausreichendem Umfang berücksichtigt wurde, dann wird sie die Anerkennung bekommen, die sie verdient.
 #PflegeistkeinHelferlein

INTENSIVSTATION Hamburg: im Kino Abaton Allendeplatz 3 / 20146 Hamburg 03.12.2013 20:00 - mit Team und Medizinexperte Dr. Christoph Lohfert.
 Berlin: im Kino Babylon Rosa-Luxemburg-Str. 30 / 10178 Berlin 09.12.2013 20:15 -mit Team und Gespräch nach dem Film
10.12.2013 18:45
11.12.2013 18:15
13.12.2013 18:15

Erstausstrahlung  ZDF / Das kleine Fernsehspiel
Montag, 30. Dezember 2013 um 24:00 Uhr. Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

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