19.05.2013

Was Orsa Patienten auf den Weg gegeben werden sollte..


Wer wird auf MRSA/ORSA getestet?
    Gründe sind:
    -bekannte MRSA- Anamnese (Isolieren bis Befund vorliegt)
    -Stationärer Krankenhaus Aufenthalt von länger als 3 Tagen innerhalb der letzten 12 Monate
    -Berufsbedingt direkter Kontakt mit landwirtschaftlicher Tiermast (Schweine)
    -Kontakt mit MRSA -Trägern
    -Patienten mit Kathetern (PEG, Harnblasenkatheter, etc)
    -Dialysepflichtigkeit
    -Hautulcus, Gangrän, chronische Wunden, tiefe Weichteilinfektionen, Brandverletzungen
    -Patienten, die zu elektiven Eingriffen ins Haus kommen1
                                        (Quelle:landarzt.wordpress.com)
Was ist MRSA/ORSA
 Methicillin-resistente Staphylococcus aureus( = MRSA sind Bakterien), die als Besonderheit Abwehrmechanismen gegen bestimmte Antibiotika (z.B. Penicillin) entwickelt haben wie z.B. Methicillin und Oxacillin. (= ORSA) bezeichnet. MRSA und ORSA meint also den selben Keim, den man sowohl auf eine Resistenz gegen Oxacillin testen kann oder eine Resistenz gegen Methicillin. Jährlich erkranken in Deutschland circa 160.000 Menschen an MRSA.



Ist MRSA gefährlich?


Festzuhalten ist, dass derjenige, der MRSA in sich trägt nicht zwangsläufig „erkrankt“ im eigentlichen Sinne, sondern „nur“ besiedelt ist, das heisst, dass der MRSA-Keim sich auf Schleimhäuten angesiedelt hat und sich vermehrt (im Alltag oft als „Nasen-Rachen-ORSA“
1
bezeichnet). Erst wenn der Keim in die Blutbahn gelangt, schädigt er den Körper zB. in Wunden zusätzlich. Die Sanierung jedoch ist weitgehend gleich, nur dass bei einer Besiedelung keine Orales Antibiotikum gegeben wird.

Wie wird Saniert?
Ziel ist es, die Besiedelung zu stoppen und rückgängig zu machen. Maßnahmen dazu sind:
-3x täglich eine Nasensalbe anwenden (z.B. Turixin ® )
-3x täglich mit einer Lösung gurgeln (z.B ProntOral ® )
-Täglich den ganzen Körper (einschließlich Haare) mit einem speziellen Shampoo reinigen (z.B. ProntoDerm ® )
-Täglich die Bettwäsche wechseln
-Täglich die Kleidung wechseln
-Auschließlich Einweg Mundpflege Produkte verwenden
-Zahnprothesen mit Prontoderm Oral ® desinfizieren und abspülen
Bei Infektion:
Zusätzlich zu oben genanntem Orales Antibiotikum verabreichen

Was muss beim Waschen beachtet werden?
Im Idealfall kann der Patient sich duschen. Dabei wird der Patient sich zunächst mit Wasser vollständig abduschen, dann das Wasser abstellen und das Shampoo in die Haare massieren. Danach mit einem frischen Waschlappen von Oben nach Unten waschen. Nach dem Intimbereich wird ein neuer Lappen für untere Extremitäten zu verwendet.
Nach der angegebenen Einwirkzeit kann der Patient sich erneut mit Wasser gründlich abduschen und anschließend mit frischen Handtüchern abtrocknen.
Im Bett verkompliziert sich das ganze dadurch, dass beim Waschen auch die Bettwäsche gewechselt werden, wobei der Patient sich mit der gewaschenen Seite ausschließlich auf die „saubere Seite“ drehen darf. Das Bett wird also in 2 Hälften eingeteilt die nacheinander abgearbeitet werden. Nachdem die alte Wäsche Wäsche abgezogen wurde muss die Matratze desinfiziert werden, bevor die frische Bettwäsche aufgezogen wird.

Warum werde ich isoliert?
Dies dient dem Schutz der Mitpatienten im Haus. Patienten die Beatmet werden, die ein schwaches Immunsystem haben, operiert sind und offene Wunden haben können sich besonders leicht mit dem Keim infizieren, davor müssen sie geschützt werden. Dies wirkt zwar auf Patienten und Angehörige
sicher etwas bedrohlich, doch es ist für einen gesunden Menschen relativ unwahrscheinlich, durch normalen Kontakt (Händeschütteln, Umarmen, Sprechen,etc. ) ORSA zu bekommen.
Wie lange dauert Sanierung und Isolation?
Die Sanierung dauert mindestens 5 Tage. Danach werden an 3 aufeinander folgenden Tagen erneut abstriche genommen, die allesamt negativ sein müssen, bevor die Islolierung aufgehoben werden kann2. Wenn der Patient negativ ist, sollte ihm jedoch zu Wiederholungsabstrichen geraten werden, da es sehr wahrscheinlich ist, dass sich der Keim innerhalb der nächsten 12 Monate wieder ansiedelt.
Beim Transport zu Untersuchungen ist darauf zu achten, dass der Untersuchende über die Erkrankung informiert ist, sodass er die Untersuchung an das Ende des Tages legen kann.
Im Rollstuhl: Der Patient muss einen Schutzkittel tragen, eine Schutzhaube, einen Mundschutz, Handschuhe.
Im Bett: Wie oben, außerdem wird über das Bett ein sauberes Laken über das Bett gelegt, sobald es das Zimmer verlässt. 



Vechta d. 13.05.13




Johannes Sieve
1: von lat. „eligere“ (auswählen) zu einem ausgewähltem Zeitpunkt durchgeführte, geplante Op. (Quelle: Pschyrembel)
2 Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts

Welche Hinweise gebt ihr Betroffenen zusätzlich auf den Weg? Was meint ihr kommt bei der Aufklärung über Orsa und Sanierung zu kurz? 
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1 Kommentar:

  1. Mir ist wichtig, dass die Patienten diese Isolation nicht als Strafe empfinden, was jedoch bei Dementen oft nur sehr schwer umzusetzen ist. Wie könnte man da ansetzen?

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