09.03.2013

Wg statt Heim? Nrw plant für die Zukunft

Nrw-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) kündigte übereinstimmenden Berichten von DERWESTEN und WELT zufolge an, zusätzliche stationäre Pflegeheime nicht länger fördern zu wollen. Stattdessen soll der Fokus auf sogenannte "Pflege-Wg" gelenkt werden.
Als Begründung schob sie vor, dass Alte eher in ihrem gewohnten Umfeld bleiben möchten und eine Dezentrale Alternative daher angebrachter sei.
Nach Angaben der Ministerin wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen in NRW von heute 550 000 auf 930 000 im Jahr 2050 fast verdoppeln. Derzeit werden 29 Prozent der Pflegebedürftigen stationär sowie 71 Prozent daheim versorgt. Insgesamt gibt es heute bereits 2200 stationäre Vollzeitheime mit knapp 180 000 Plätzen (derwesten.de)
Steffens stellt außerdem klar, dass man die bereits vorhandenen Heime nicht einfach so verdoppeln könne. Dies rechtfertigt aus ihrer Sicht die dezentrale Alternative.
Allerdings lassen sich aus ihrem Statement die wahren Gründe ableiten:


Weniger Kosten


Die Räumlichkeiten einer Pflege-Wg sollen nicht mit den Vorgaben für ein Heim identisch sein. Dies würde bedeuten, dass sich bis zu 4 Bewohner ein WC zu teilen haben. (Vorgabe in einem Heim wäre ein WC/2 Bewohner)
Außerdem sind sie nicht verpflichtet eine 24-Stunden-Aufsicht durch Pflegekräfte zu gewährleisten. Der Bedarf an Pflegekräften wäre demnach größenteils mit Beschäftigten auf 400-Euro-Basis zu decken.


Vorteile nicht von der Hand zu weisen


Natürlich sind Vorteile der WG nicht von der Hand zu weisen. Dadurch, dass eine kleinere Bewohnergruppe aufeinander trifft, sinkt zum Beispiel die Gefahr einer Infektion.
Auch der Hinweis, dass Bewohner lieber in ihrem gewohnten Umfeld bleiben möchten ist vor Gesichtspunkten der Transition sinnvoll und gerade bei Dementen ("Die Umwelt muss sich anpassen" ;).


Landesförderplan Alter und Pflege zur Finanzierung


Die kommunale Pflegeplanung soll über den "Landesförderplan Alter und Pflege" mit 8,7 Millionen Euro finanziert werden. Dieser soll unter anderem für die Anstellung von sogenannten "Quartiersmanagern" verwendet werden, welche die Entwicklung von altersgerechten Wohnquartieren moderieren und organisieren sollen.


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