04.03.2013

Spiegel über "Pflege-Bahr"

Unter dem Titel "Böses Erwachen: Die neue staatlich geförderte Pflegeversicherung findet nur wenig anklang"  (Spiegel Ausgabe 9 des Jahres 2013, Seite 77) zeichnet Cornelia Schmergal ein erdrückendes Bild. Das von Gesundheitsminister Bahr viel umworbene Projekt droht zu einem Flop zu werden. Was kann die Pflege daraus schließen?


Die Zahlen sind liegen eindeutig: Finanzminister Schäuble stellt für Bahrs Projekt 100 Millionen Euro bereit. Dies soll Berechnungen zufolge 1,7 Millionen Versicherungsabschlüsse ermöglichen. Tatsächlich ist diese Zahl aber allem Anschein nach bislang unerreichbar. Im Januar verbuchten die Versicherer insgesamt weniger als 10.000 Abschlüsse, was auf ein Jahr hochgerechnet weniger als 120.000 ergäbe- was wiederum nicht einmal ein Bruchteil des Planziels wäre.
Doch nicht nur die Kunden, sondern auch die Versicherer halten sich bislang dezent zurück, sodass bislang nur 7 Versicherer die Police anbieten. Zum Sommer hin sollen es bis zu 20 werden. Bei insgesamt 43 privaten Versicherern ist auch dies als eher schlecht als recht anzusehen.

Die Frage ist, woran liegt es, dass eine Pflegeversicherung nicht "läuft"?


Pflegende könnten schnell der Ansicht sein, dass Menschen sich mit dem Thema ungern beschäftigen, es verdrängen, herunterspielen, etc. Doch in diesem Fall ist dies meiner Meinung nach nicht ganz richtig. Der Haken liegt bei den Versicherungen. Sie verdienen an der Police im vergleich zu anderen Möglichkeiten so wenig, dass es sich für sie kaum lohnt, sie anzubieten. Daraus resultiert eine Verunsicherung der Kunden. sie sehen, dass wenige diese Versicherung abschließen, und tun es darum ebenfalls nicht.
Das Angebot als solches ist nämlich so schlecht nicht: Die Versicherung kostet monatlich mindestens 10€. Der Staat schießt dann 5€ Monatlich dazu. Zur Altersvorsorge ist dieses Geld sicher gut angelegt.
Ähnlich scheint dies auch Gesundheitsminister Bahr zu sehen, der in letzter Zeit die Rolle des Motivators übernommen hat. So besuchte er zum Beispiel die Preisverleihung, die einen Versicherungskaufmann auszeichnete, der besonders viele dieser Policen an den Mann gebracht hat.
Ob dieses Signal ausreicht ist indes zu bezweifeln.

Geld für die Pflege will generiert werden

Fest steht jedoch, dass eine gute Pflege Geld kostet. (Leider noch immer genau so viel wie schlechte, aber nun gut). Dieses Geld ist mit der einfachen Krankenversicherung nicht zu generieren. Dass eine weitere Versicherung den Pflegenden finanziell hilft sich weiterzuentwickeln, sollte daher nicht unterschlagen werden. Und das die Menschen bereit sind für Pflege Geld zu bezahlen ist auch belegbar. Nicht nur wissenschaftlich sondern auch in eigentlich jeder Stationskasse ;)   Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Dieses Geld nun über eine Versicherung organisiert zu generieren ist in meinen Augen ein richtiger und wichtiger Schritt in der Finanzierung der Pflege in Zukunft

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