05.03.2013

Endlich mal ein sinnvoller Assistent?

Ein Thema, dass in der deutschen Pflegelandschaft noch weitestgehend unbeachtet geblieben ist, ist das Thema Sexualität im Alter. Im europäischen Ausland werden besuche bei sogenannten "Sexualassistenten" von der Krankenkasse bezahlt. Ein sinnvoller Schritt?
Für Pflegende, die mit Dementen zutun haben müsste dies eigentlich so sein. Sie werden häufig mit den sexuellen Bedürfnissen der Menschen mit Demenz konfrontiert. Die Krankheit unterdrückt zwischenzeitlich Schamgefühle, so dass öffentliches Masturbieren oder belästigende Äußerungen nicht selten sind. Sexualtherapeuten wollen diese "Übergriffe" auf die Pflegenden in neue Bahnen lenken. Durch regelmäßige Besuche, soll sich das Bedürfnis nicht länger anstauen müssen, der Patient oder Bewohner muss soll seine Bedürfnisse nicht länger unterdrücken müssen. So das Ziel.
Positives Selbstbild ermöglichen Die Assistenz schafft Zweisamkeit, eine harmonische Atmosphäre und massiert den Patienten. Es wird gestreichelt. Es kommt zu einem Orgasmus ohne Sex in dem Sinne zu haben. Möglicherweise besteht darin der Unterschied zu einer gewöhnlichen Prostituierten, könnte man meinen. Doch es geht eben um mehr als nur käufliche Liebe.

Positives Selbstbild ermöglichen

 Es geht auch darum, Sexualität auch Menschen zu ermöglichen, die durch ihre Krankheit ansonsten niemals in der Lage wären sie zu erleben und ihnen so ein positives Selbstbild zu ermöglichen. So wird aus käuflicher Liebe eben eine therapeutische Maßnahme, die auch den Druck von Pflegenden nimmt, welche das Grapschen und "blöde Sprüche" satt haben. Die Sexualassistenz durchbricht die Schweigespirale, die an vielen Einrichtungen vorherrscht. Vorfälle wie das Grapschen oder die Sprüche werden ignoriert, und der Krankheit zugeschrieben.

Hilferufe der Täter

Dass diese Vorfälle auch Hilferufe seitens der "Täter" sein können, die ihre Bedürfnisse nicht mehr anders zu artikulieren wissen, wird in vielen Einrichtungen nicht gesehen. Einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema (wenn auch etwas Älter) findet ihr bei Spiegel Online.
 Was sagt ihr zu dem Thema? Gibt es bei euch schon zusammenarbeit mit Sexualassistenten? Und welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

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