06.03.2013

"Die Umgebung muss sich anpassen"

Die "Oldenburgische Volkszeitung" (OV) veröffentlichte in ihrer gestrigen Ausgabe ein Interview mit dem Vorsitzenden der Alzheimer Gesellschaft Dr. Andreas Rahn.
Er unterstreicht in seinen Statements, dass auf die wachsende Anzahl der Menschen mit Demenz noch immer nicht ausreichend reagiert wird.

In St.Franziskus Hospital in Lohne soll in dem Zusammenhang eine eigene "Demenzstation" eröffnet werden, die den Bedürfnissen der Dementen entgegen kommt.
Da Demente mit Veränderungen nur schwer umgehen, oder sich auf neue Situationen einstellen können muss das Umfeld sich an die Dementen anpassen und nicht umgekehrt, so Hahn.
Laut Schätzungen wird sich die Zahl der Dementen bis 2050 verdoppelt haben, wenn sich bis dahin kein Heilmittel für das Krankheitsbild findet. Es darf im Zuge des demografischen Wandels als sicher gelten, dass die Problematik sich drastisch verschärfen wird. Reagiert wird darauf allerdings bislang noch immer zu wenig. Hahns Ansicht nach, sollte grundsätzlich mehr auf die Dementen Rücksicht genommen werden, zum Beispiel durch längere Ampelphasen. Auch der gesetzliche Rahmen ist seiner Ansicht nach noch nicht ausgereift. Die Hygiene Vorschriften im Krankenhaus, so Hahn, schießen über das Ziel hinaus. Es sei einem Menschen mit Demenz nicht zu vermitteln, dass er isoliert wird, da diese Maßnahmen als "Einzelhaft" empfunden würden.
Die Antwort auf die Frage was eine Alternative wäre, bleibt er leider schuldig.
Meiner Meinung nach hat Herr Hahn mit seinen Ansichten schon in so weit Recht, als das sich im Umgang mit Dementen etwas ändern muss. Da er selbst jedoch bis auf die "Ampelgeschichte" keinen konkreten Lösungsansatz anbietet, nicht einmal auf einen verweist, leistet er selbst einen Beitrag dazu, dass das Thema noch immer nicht ausreichend diskutiert wird.
Dabei sind doch umfassendere Konzepte, als eine "Demenz- WG" ,wie er sie nennt, längst vorhanden. Ein Blick über den Tellerrand genügt ein mal mehr: Die Niederlande machen es vor und bauen direkt ein ganzes Demenz-Dorf.
In Deutschland wohl unmöglich. Aber es bleibt die Frage: Was wäre der "Deutsche Weg" was Demenz angeht?
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