16.02.2013

Pflegehelferin versucht Bewohnerin zu ersticken

Vor einigen Tagen schrieb ich an dieser Stelle über Gewalt in der Pflege. Heute las ich in der Zeitung ein schockierendes Beispiel für diese Situation.
In einem Oldenburger Altenpflegeheim soll eine 36-jährige Pflegehelferin versucht haben, eine 91-jähre Patientin in deren Bett zu ersticken. Sie presste mit der Bettdecke den Kopf der Bewohnerin gegen die Matratze. Alarmiert von den Schreien eilte eine "Kollegin" herbei und hinderte die offenbar alkoholisierte Helferin.
Mysteriös ist, dass diese Kollegin, deren Qualifizierung nicht näher bezeichnet ist, den Vorfall erst 4 Tage später bei der Heimleitung meldete und diese wiederum erst zwei Tage später die Polizei einschaltete. (Die Tat am 7.2.13, Polizei informiert am 13.2.13).
Die Pflegerin soll einen länger schwelenden Streit mit der Bewohnerin gehabt haben und auch nach der Tat eine Gefahr für die Bewohnerin dargestellt haben. In der Zwischenzeit von Tat und Polizeialarmierung blieb sie im Dienst! 

Wie kann man solche Vorfälle in Zukunft verhindern?

Ich halte es in jedem Fall für bezeichnend, dass explizit eine Pflegehelferin als Täterin dasteht. Ich sehe mich als Anhänger der Pflege als Profession. Professionelles Handeln und Arbeiten lernt man nicht im vorbeigehen.  Dazu gehört auch, dass man lernt, Empathie zu entwickeln. Man lernt, dass das Verhalten der Bewohner oft durch Krankheit so ist, wie es ist und diese in klarem Zustand nie so handeln würden. Man lernt, dass Patienten in Scheinwelten leben können.
Für professionelle Pflege braucht es ein so umfassendes Wissen, dass ich mich weigere einzusehen, dass man dieses in 2 oder weniger Jahren vermitteln könnte.
Daher muss endlich Schluss sein mit "Waschen kann jeder". Wir müssen der Gesellschaft vermitteln, dass Pflegen mehr ist. Dass Pflegen die Lebensqualität massivst beeinflusst und wir nicht die Helferlein des Arztes sind.

So viel dann auch zum Thema "Pflegen macht glücklich" ;) Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

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